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Funktionsprinzip

Das organische Abfallmaterial (Gülle aus dem Stall, Bioabfälle) wird in der Regel in einer Vorgrube zu einem fließfähigen Substrat angemischt und in einen Faulbehälter (auch Fermenter oder Reaktor) gegeben, wo es von der Luft abgeschlossen sein muß. Die Methan erzeugenden Mikroorganismen vertragen nämlich keinen Sauerstoff, und außerdem soll kein Licht in den Faulraum dringen. Dort wird das Material in Biogas und hochwertigen Dünger umgesetzt. Während der Dünger im Endlager auf seine Ausbringung wartet, wird das Biogas nur kurzzeitig gespeichert, um fast zeitgleich in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) verbrannt zu werden. Dabei entstehen Elektroenergie und Wärme. Die Elektroenergie kann im eigenen Betrieb genutzt oder verkauft (Erneuerbare-Energien- Gesetz (EEG)) werden. Die Wärme wird zum Teil zum Aufheizen des frischen Substrats im Reaktor benötigt, kann aber ansonsten auch für Heizzwecke sowie als Prozeßwärme (Trocknungsprozesse) verwendet werden. Eine weitere Möglichkeit der Wärmenutzung ist die Verwendung in Absorptionskältemaschinen.

Die Abbaudauer und der Abbaugrad des Biomaterials sind von den speziellen Mikroorganismen und deren optimalen Lebensbedingungen abhängig.

Im entstandenen Biogas ist neben anderen Spurengasen leider auch ca. 1% Schwefelwasserstoff (H2S) enthalten - ein giftiges und korrosives Gas.

Die Entschwefelung erfolgt in der Regel auf biologischem Wege, wobei der Schwefelwasserstoff von speziellen Mikroben in Wasser und elementaren Schwefel zerlegt wird. Der Schwefel in der ausgefaulten Gülle kommt als wichtiges Spurenelement dem Acker wieder zugute. Traditionell wurden zur Entschwefelung Reaktoren genutzt.

Die Biogasgewinnung ist vorteilhaft zur Erzeugung erneuerbarer Energie einsetzbar. Sie trägt zur Errichtung einer CO2 -neutralen Energiewirtschaft bei und hilft, fossile Brennstoffe zu ersetzen. Die Biogaserzeugung bietet durch die entstehenden Nebeneffekte auch Vorteile bei der Weiterverwendung der ausgefaulten Gülle.